Skandia in der Presse
Passgenaue Vorsorge
Berlin, den 01.11.2011.
Früh übt sich, gibt der Volksmund dem Nachwuchs mit auf den Weg. Doch in puncto Risikoabsicherung sollten sich das auch die Eltern zu Herzen nehmen. Vor allem für den Fall einer Invalidität ist ein finanzielles Auffangnetz erforderlich.
Die Skandia Lebensversicherung in Berlin dachte sich zu ihrem 20. Jubiläum eine spezielle Überraschung aus. Die Teddy-Police, eine auf Kinder zugeschnittene Vorsorgelösung gibt es in einer Sonderaktion bis Ende des Jahres bereits ab einen Monatsbeitrag von 20 Euro. Das ist für einen Sparvertrag ungewöhnlich niedrig, die vorübergehende Absenkung des Mindestbeitrages hat aber ihren Grund:
Die Hürde für den Einstieg in die finanzielle Absicherung soll tief liegen, damit sich möglichst viele Kunden schon sehr früh für einen solchen Sparvertrag zugunsten ihrer Kinder entscheiden. „Skandia Teddy ist eine fondsgebundene Rentenversicherung, die Ihr Kind bis zu dessen Rentenalter begleiten kann. Sie können sich mögliche Zinseszinseffekte zunutze machen und so schon mit kleinen Beträgen ein finanzielles Polster schaffen für größere Ausgaben, die Ausbildung oder die spätere Altersvorsorge“, erklärt Hermann Schrögenauer, Vorstand Vertrieb und Marketing bei der Skandia Lebensversicherung.
Nur wenige Eltern nutzen Vorteile
Was fürs Sparen gilt, trifft auf die Absicherungder Gesundheit und körperlichen Unversehrtheit des Nachwuchses noch viel mehr zu. Auch hier raten viele Versicherer zu einem möglichst frühen Einstieg, weil dann die Gefahr geringer ist, dass frühere Krankheiten und Behandlungen die Versicherungsprämie in die Höhe treiben. Diesen Hinweis nehmen viele Eltern allerdings noch nicht so richtig ernst.
Die meisten, die Vorsorge treffen, entscheiden sich zudem nur für den partiellen Schutz, den die preiswertere Kinderunfallversicherung liefert. Der Bund der Versicherten unterstützt sie sogar in dieser Entscheidung, weil hohe Invaliditätsgrade bei Kindern eher selten vorkommen, wie die Statistik zeige. Diese Auffassung halten Experten in der Assekuranz für einen Fehler. Zwar machen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nur einen vergleichsweise geringen Anteil an allen Schwerbehinderten aus, aber eine Invalidität im Kindesalter hat lebenslang erhebliche finanzielle Auswirkungen und kann das Familienleben von Grund auf verändern. Daher plädieren etliche Versicherer für den weitaus umfangreicheren Schutz durch eine Kinderinvaliditätsversicherung. Das Problem dabei: Sie ist mehr als doppelt so teuer wie eine Unfallpolice. Für eine Kinderinvaliditätsversicherung müssen 300 bis 500 Euro im Jahr eingeplant werden. Davor schrecken viele junge Familien zurück.
Doch Dr. Josef Beutelmann, Vorstand der Barmenia Versicherungen, geht davon aus, dass viele Eltern mit der Zeit für die Notwendigkeit einer zusätzlichen Absicherung ihrer Kinder sensibilisiert werden. „Ein Kind bekommt frühestens gesetzlichen Versicherungsschutz gegen Invalidität, wenn es in den Kindergarten kommt, und das nur während des Kindergartenaufenthaltes und für den Weg dahin. Dieser Schutz gilt aber lediglich für Unfälle, nicht für Krankheiten.“
Die Erfahrungen der rund 20 Versicherer, die solche Policen mittlerweile anbieten, belegen, wie wichtig eine Absicherung sein kann. Mitunter ist der Auslöser für eine Leistung schon sehr gering. Jörg Dreisow, Bereichsleiter Produktmanagement bei der Deutscher Ring Sachversicherung, die mit „Junior Schutz Plus“ seit einigen Jahren eine Kinderinvaliditätsversicherung anbietet, verweist zum Beispiel auf Diabeteserkrankungen. Sie sind ein häufiger Grund für eine Leistung aus einer Kinderinvaliditätsversicherung. Bei Diabetes bescheinigen die Versorgungsämter einen Behinderungsgrad von 50 Prozent. Das Kind gilt damit schon als schwerbehindert und die Versicherung zahlt die vereinbarte Rente.
Den frühestmöglichen Versicherungsbeginn legen die Versicherer verschieden fest. Badische Versicherung, Barmenia und Deutscher Ring bieten eine Invaliditätsversicherung bereits ab der sechsten beziehungsweise siebenten Lebenswoche an. Andere Anbieter hingegen ermöglichen einen Vertragsschluss erst nach Vollendung des ersten Lebensjahres.
Versorgungslücke im ersten Jahr
Letzteres hat seinen Grund. Im ersten Lebensjahr, so die Erfahrungen von Josef Beutelmann, beträgt die Schadenquote der Kinderinvaliditätsversicherungen weit über 100 Prozent. Daher schließen nicht wenige Versicherer genau diese Phase aus. Nach dem ersten Lebensjahr stabilisiert sich dann die Schadenquote.
Was für den Versicherer ein Argument für einen eher späteren Versicherungsbeginn ist, sollte Eltern gerade dazu bewegen, schon rasch nach der Geburt ihres Kindes über eine solche Vorsorge nachzudenken. Bei der Barmenia werden immerhin drei Achtel der Kinderinvaliditätsversicherung bereits im ersten Lebensjahr abgeschlossen.
Bei der Auswahl einer solchen Police sollte aber nicht nur auf die Einstiegsphase geachtet werden, sondern auch auf das Ende. Karsten Werksnies, Inhaber der Firma Bergische Assekuranz Makler in Wuppertal, die auch die Internetplattform Young-Insurance.de betreibt, hält eine Option für den Umstieg auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne neuerliche Gesundheitsprüfung für ratsam. So kann ohne Unterbrechung die Vorsorge für die eigene Arbeitskraft fortgesetzt werden. Allerdings gibt es nicht allzu viele Versicherer, die einen solchen Anschluss ohne Einschränkungen gewähren.
Experten wünschen sich außerdem, dass durch einen stärkeren Wettbewerb die Bedingungen der Kinderinvaliditätsversicherungen weiter verbessert werden. Nach Meinung von Werksnies sollten zum Beispiel psychische Erkrankungen in größerem Umfang eingeschlossen werden. Die Barmenia hat indes eine Erweiterung in anderer Richtung vorgenommen. „Wir wollen uns nicht auf die finanzielle Leistung beschränken, sondern gewähren mit dem Rehabilitationsmanagement eine Betreuung bis zum 18. Lebensjahr“, erklärte Barmenia-Vorstand Beutelmann. Dafür wurde eine Kooperation mit ReIntra, einer Tochtergesellschaft der Swiss Re, vereinbart.
Kombiprodukte bedingt sinnvoll
Seit einigen Jahren ist es in Mode, die Invaliditätsversicherungen im Bündel mit anderen Versicherungskomponenten anzubieten. Häufig wird sie in Verbindung mit einer Unfallversicherung und einem Sparvorgang verkauft. Das stößt nicht überall auf Zustimmung. Die Barmenia verzichtet nach den Worten von Beutelmann seit einigen Jahren mit Absicht auf Kombiprodukte, damit die Vorsorge für das schwerwiegende Invaliditätsrisikos nicht zu kurz kommt.
Auch Werksnies plädiert für getrennte Verträge, weil sich dann individuellere Lösungen finden lassen. Das setzt allerdings immer ein ausreichendes finanzielles Budget voraus. Der Bund der Versicherten setzt den Mindestbedarf für eine Rente bei 1.000 Euro monatlich, bei einer Einmalzahlung bei 150.000 Euro an und empfiehlt Verträge mit Einmalzahlung. Dafür sprechen durchaus einige Argumente. Diese Verträge sind günstiger und der Versicherer forderte das Geld nicht zurück, wenn das Kind wieder gesund wird und der Schwerbehindertenstatus erlischt. Andererseits bietet eine Rente lebenslange finanzielle Entlastung. Die Kapitalleistung dagegen wird früher oder später aufgebraucht sein.



